Archiv für November 2009

Krawalle im Stadion: Neonazis statt Fussball-Chaoten

An den jüngsten Krawallen am Rande des Fussballspiels zwischen dem FSV Zwickau und der zweiten Mannschaft des FC Erzgebirge Aue waren Randalierer aus der rechten Szene maßgeblich beteiligt.

Während die sogenannten „Ultras“ zu einem gemeinsamen Treffen am Neumarkt aufriefen und sich schließlich im Block E des Westsachsenstadions positionierten, gab es einen gesonderten Aufruf zum Spiel aus der rechten Szene. Denn dieser gelten die „Redkaos-Ultras-Gruppen“ als „zu links“.

Unter dem Motto „Alle in schwarz – Macht mobil!“ wurde zum Treffen in eine Gartenkneipe an der Alten Landstraße geladen. Die Lokalität ist seit Jahren Anlaufpunkt gewaltbereiter Neonazis anlässlich von Fussballspielen mit erhöhtem Gewaltpotential und wird innerhalb der Szene als „Huhle“ bezeichnet. Dem Aufruf folgten schließlich etwa 100 Personen, die letztlich von der Polizei zum Stadion geleitet wurden und sich während des Spiels, wie bereits in der Vergangenheit, im Block A versammelten.

Aufgerufen hatte eine Vereinigung mit dem Namen „A-Block-Zwickau“. Diese steht in direkter Nachfolge der nach polizeilichen Ermittlungen aufgelösten Gruppierung „Combat Zwickau“, welche sich in ihrer Namensgebung noch direkt an die neonazistische Terrororganisation „Combat 18“ anlehnte. Damals waren unter anderem Spruchbänder, die sich gegen sogenannte „Linksfaschisten“ richten im A-Block zu sehen. Die neue Gruppe gibt sich zumindest dem Namen nach unverfänglicher. Doch ihre Anhänger rekrutiert sie nach wie vor in der rechten Szene. Federführend sind Mitglieder der Kameradschaft „Nationale Sozialisten Zwickau“. Schon ihr riesiges Transparent mit der Wehrmachtslosung aus dem Zweiten Weltkrieg „Gott mit uns“ spricht für sich.

Auf dem Internetportal „zwigge.de“ werten die Neonazis nun die Krawalle vom Freitag aus. Ähnlich den Ausschreitungen am Rande des diesjährigen Stadtfestes im August, wird dabei auf einem Fehlverhalten der eingesetzten Polizeibeamten beharrt. Andere kommentieren ein Video der Krawalle mit den Worten „war geil“. Auf dem Internetportal der FSV-Fans hingegen beschweren sich langjährige Stadionbesucher inzwischen über antisemitische „Judenrufe“ aus dem A-Block.